CLAUDE VECKMAN boarischer Franzose

Claude VECKMAN, boarischer Franzose , Jahrgang 47, seit 1970 im Bayern.

War Konstrukteur in der Karosserie-Entwicklung, also gehörte schon immer Zeichnen zum Handwerk (am Brett, bevor man vor dem Computer Aided Design überrollt wurde).

Es hat mir zur Seidenmalerei gebracht, zum Silberschmuck, zum Glasarbeiten und auch zur Radierungen was ich zwischen 1985 und 2000 gelernt und praktiziert hatte.

Ich versuche die Technik in Kürze zu erklären damit Sie die Entstehung verstehen können.

Es entsteht in sogenannter „Tiefdrucktechnik" weil das Papier tiefer in die eingegrabene Linien gedruckt wird als die gesamte Oberfläche.

Man nehme (meistens) eine polierte Kupferplatte. Die Kanten werden abgeschrägt damit beim Druck das Papier nicht verletzt wird.

Diese Platte wird kurz auf eine elektrische Heizplatte kurz draufgelegt, dann mit einem säurefestem Grund verschmiert und unmittelbar mit einer Rolle gleichmässig dünn verteilt.

Einmal erkaltet, ist sie bereit zum „radieren" was eigentlich ritzen heisst.

Diese Schutzschicht wird mit einer Radiernadel gekratzt, dann sieht man die glänzende Oberfläche des Kupfers.

Hier muss ich etwas wichtiges erwähnen : was man auf der Platte sichtbar ist, ist seitenverkehrt, damit der Druck richtig wird ! Also am praktischsten, zeichnet man den Entwurf auf Transparentpapier damit man es nach dem Drehen noch alles sieht !

Wenn die Platte fertig geritzt ist, wird sie in eine Ätzbad gelegt, und die ungeschütze Linien werden von der Säure angegriffen und somit entstehen kleine Rillen.

Dann wird sie zunächst ins Wasser gelegt; später von der Schutzschicht mit Terpentinersatz befreit und die Platte geputzt.

Das dicke Druckpapier (ähnlich Aquarellpapier) wird vorbereitet, dh feucht gemacht. Die Platte wird leicht erhitzt damit die Druckerschwärze sich besser verteilt und insbesondere in die kleine Rillen reinkommt. Dann wird sie mit einem Stück

Zeitungspapier hereingepresst und anschließend mit einem Stück Mull geputzt, damit die blanke Bereiche frei von Schwärze werden (dh da wo keine Farbe gibt, bleibt das Papier weiss !)

Die Druckplatte wird (natürlich mit der Druckfarbe nach oben) auf die bewegliche große Metallplatte der Druckmaschine gelegt, dann kommt das Papierblatt drauf und eine Lage Filz.

Das alles wird zwischen 2 Zylinder über einen Drehkreuz transportiert und somit drückt die Filzlage die Farbe in den Rillen. Dann zurück drehen, Matte hoch und Blatt nehmen. Dieses muss etwa ein Tag zwischen 2 Pappenschichten glatt trocknen.

Ja, ja, es ist ein aufwendiger Prozess. Das Ritzen auch, denn je dunkler erwünscht, desto enger zueinander müssen die Schraffuren gezogen werden.

Es gibt auch die „Aquatinta"-Technik (Flächenätzung) die verschiedene Graustufen ermöglicht, weil stufenweise sprich mehrere Bereiche nacheinander geätzt werden.

Und man kann diese Technik mit der bereits erklärten Strichätzung kombinieren. Der Neugierige kann aber dann sich im Internet weiterinformieren.

Die Radierungen werden in mehreren Exemplaren gedruckt :

EA (Epreuve d'Artiste = Küntlerdruck) steht für unnumerierte Exemplare.

Numeriert wird mit 2 Zahlen zB 12/40 , zuerst die Nummer des Druckes und dann die Zahl der Gesamtauflage. Danach darf von dieser Platte kein Exemplar mehr gedruckt werden !